Einsatz einer Bohrtec BM 400LS zum Umweltschutz in Seoul - Südkorea

In Seoul wurden unter schwierigen Randbedingungen bei einem Grundwasserdruck von 20 m mit einer Bohrtec BM 400LS Drainagebohrungen für ein Bewässerungsprojekt ausgeführt

Im Rahmen eines Renaturierungs-Projektes – Water Collecting Shaft of Songpa – in Seoul sollte ein kleines Flussbett, welches in den Sommermonaten austrocknete, künstlich bewässert werden. Das gesamte Projekt verfolgte nachfolgende Ziele:

  • Innerstädtisches Naherholungsgebiet
  • Pflanzenschutz im Uferbereich
  • Tierschutz: Wiederansiedlung von Fischen und Vögeln

Hierfür sollten aus dem Uferfiltrat des Hun Rivers – ein ca. 400 m breiter Fluss, der mitten durch Seoul fließt- ca. 20 m² Wasser pro Stunde entnommen werden und über eine Entfernung von etwa 10 Km in das obere Flussbett des Songpa Rivers gepumpt werden.

Die bauausführende Firma Yang Woo Construction vergab den Auftrag an einen für diese Arbeiten erfahrenen Sub-Unternehmer, die Firma Dajoo Construction Co. Der Inhaber dieser Firma, Mr. Yoon, beschäftigt sich bereits seit vielen Jahren mit der Herstellung von Drainagebohrungen unter Grundwasser. Dennoch stellte diese Aufgabe höchste Anforderungen an die bauausführende Firma.

Planung
Entlang des Hun Rivers sollten in direkter Ufernähe vier Startschächte – Durchmesser 6 m – jeweils auf 25 m Tiefe abgesenkt werden. Aus jedem dieser Schächte sollten sternförmig 10 Bohrungen auf der Flussseite hergestellt und mit Filtern versehen werden. Die Bohrungslänge betrug jeweils 50 m. Die Filter hatten einen Innendurchmesser von 200 mm. Im Bereich der Bohrachse stand ein schwach sandiger Flusskies mit einer Körnung bis zu 80 mm an. Mit vereinzelten Steinen bis zu 200 mm Kantenlänge musste gerechnet werden. Der anstehende Grundwasserdruck betrug aufgrund der direkten Flussnähe 20 m.

Maschinentechnik
Anfangs hatte sich die Firma Dajoo auf dem lokalen Markt ein auf die Anforderungen dieser Bauaufgabe zugeschnittenes Bohrgerät bauen lassen. Bereits die ersten Versuche mit diesem Gerät zeigten die Tatsache, dass die Bohrungen – in der Summe 2000 m – mit einem Gerät nicht in der vorgeschriebenen Bauzeit ausgeführt werden konnten. Über die Firma Herrenknecht, die seit ca. 10 Jahren den Auslandsvertrieb aller Bohrtec-Geräte durchführt und deren Händler, die Firma Daesong aus Seoul, wurde nach einer technischen Evaluierung durch die Firma Bohrtec Anfang Juli 2007 eine BM 400LS inklusive Ausrüstung durch die Firma Dajoo bestellt. Aufgrund des enormen Zeitdruckes wurde diese Ausrüstung per Flugzeug nach Seoul geliefert, so dass sie bereits Mitte September 2007 vor Ort in Einsatz gehen konnte.

Bauausführung
Im Vorlauf hatte die Firma Dajoo bereits 2 Schächte – Durchmesser 6 m – auf eine Tiefe von 25 m abgesenkt und mit Unterwasserbeton gedichtet. Nach Ankunft der Bohrtec-Maschine wurde diese mit Hilfe des Bohrtec-Operators auf einer vorher installierten Schachtbühne in Bohrrichtung und –neigung eingebaut und verspannt. Nach Öffnung des Schachtes mittels Kernbohrung im Schutze einer Injektion wurde die ungesteuerte Schneckenbohrung mit 1,5 m langen 324er Stahlvorpressrohren begonnen. Aufgrund einer speziellen Gestaltung des Bohrkopfes konnte trotz des hohen anstehenden Wasserdruckes ein übermäßiger Bodenentzug verhindert werden. Trotz der extrem schwierigen Boden-/Grundwasserverhältnisse – rolliger Kies mit wenig Sandkorn – konnten die jeweils 50 m langen Bohrungen innerhalb von 2-3 Tagen fertig gestellt werden.

Die Nettobohrzeit betrug ca. 10 min für jeweils ein Rohr mit 1,5 m Länge. Die Koppelzeiten betrugen ca. 20-30 min. Nach Beendigung der Bohrung wurde durch die Schneckenseelen der Bereich um die Bohrspitze injiziert. Im Anschluss wurden nach dem Ziehen der Schnecken die 2 m langen Drainagerohre miteinander verschraubt und in die Stahlschutzrohre eingeschoben. Mit Hilfe eines Spezialpackers wurden die Drainagerohre zurückgehalten während die Stahlschutzverrohrung in die Startbaugrube zurückgezogen wurde. Aufgrund des Packers trat während dieses Vorganges kein Wasser in den Startschacht ein.

Zum Abschluss wurde jedes Drainagerohr mit Hilfe eines Schiebers dicht an die Baugrube angeschlossen. Die gesamte Arbeitszeit pro Bohrung betrug inklusive Installation der Maschine im Schacht jeweils 5 Arbeitstage. Innerhalb von 4 Wochen konnten die ersten vier Bohrungen fertig gestellt werden. Sowohl die ausführende Firma Dajoo wie auch der Auftraggeber zeigten sich höchst zufrieden.

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